Thilda und die beste Band der Welt
Norwegen/Schweden 2018

Thilda und die beste Band der Welt
Regie:
Christian Lo
mit:
Tage Johansen Hogness, Jakob Dyrud, Tiril Marie Høistad Berger, Jonas Hoff Oftebro
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Spieldauer:
94 min.
 
Ein bisschen märchenhaft, ein bisschen realistisch, aber auf jeden Fall temporeich und witzig – so sehen familienfreundliche Filme aus, besonders wenn sie aus Skandinavien kommen. Auf der Berlinale 2018 feierte THILDA UND DIE BESTE BAND DER WELT unter dem Titel LOS BANDO in der Jugendsektion Generation seine Weltpremiere, und nun kommt das musikalische Road Movie in die deutschen Kinos. Die Geschichte von den Kids, die – allen Hindernissen zum Trotz – durch Norwegen reisen, um an einem Bandwettbewerb teilzunehmen, ist eine gelungene Komödie für Groß und Klein. Es ist zum Mäusemelken: Der mit Wuschellocken und Zahnspange bewehrte Teenager Aksel (Jakob Dyrud) ist nicht nur in die unerreichbare Klassen-Blondine verknallt, sondern vor allem bester Lead-Gitarrist seiner Gemeinde. Zusammen mit Drummer-Kumpel Grim (Tage Johansen Hogness) verkörpert er die Hardrock-Combo „Los Bando Immortale“. Dabei hat Aksel ein handfestes Manko: Er kann nicht singen. Grim, der es nicht übers Herz bringt, seinem Freund die Wahrheit zu sagen, bearbeitet ihre Demo-Tapes heimlich nach. Um gerüstet zu sein für die Rock-Meisterschaft in Tromsø, fehlt nur noch – nein, keine tragende Stimme, sondern – ein Bassist. Der erscheint in Gestalt der neunjährigen Thilda (Tiril Marie Høistad Berger), die auf ihrem Cello eine verwegene Streichcollage im Stil der finnischen Metal-Formation Apocalyptica zum Besten gibt. Mit Thilda und ihrem roten Ins-trumentenkoffer im Gepäck fehlt nur noch ein Fahrer. Der 17-jährige Autolackierer Martin (Jonas Hoff Oftebro) willigt für 5 000 Kronen ein, und so machen sich die Vier im gelben „Jesus-Van“ auf die lange und mit etlichen Abenteuern gespickte Fahrt in den hohen Norden.
Dabei korrespondiert die malerisch-raue Landschaft mit den inneren Seelenzuständen. Aksel wird auf halber Strecke unmissverständlich feststellen, dass er nicht singen kann. Grim trifft auf sein Vorbild „The Hammer“, der sich als desillusionierter Systemkritiker herausstellt. Martin würde lieber Gesang studieren, was ihm sein Handwerker-Vater Aslak beständig auszureden versucht, weshalb Martin ausgebüxt ist und sich obendrein den von seinem hyperaggressiven Bruder geliebten Camper „ausgeborgt“ hat. Und zu unguter Letzt stellt sich heraus, dass Thilda die Mitfahrerlaubnis ihrer Eltern gefälscht hat, weshalb sie jetzt polizeilich gesucht wird...